14. August 1945 - Schach in Fürstenwalde

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14. August 1945

Ernst Jünger redet mit seinem Bruder "Physikus"

Ernst Jünger um 1930 [20]

Abb.: Ernst Jünger um 1930 [20]

    

Wir kamen ... auf den Schachautomaten und andere Roboter. Ihre Bedeutung wird sich in dem Maße steigern, in dem die Banausen zunehmen, also enorm.
(Ernst Jünger, Jahre der Okkupation, Stuttgart 1958, S. 128)
Das Gespräch fand unter dem Eindruck des Atombombenabwurfs statt.
In höchstem Alter wird sich Jünger am 14. Oktober 1994 dem Thema noch einmal zuwenden.
Schachautomaten. Wie mancher unserer frühen Träume ist auch der von Philodor realisiert. Die Enttäuschung kann nicht ausbleiben. Das Spiel ist halbautomatisch geworden, als ob man Tennis gegen die Wand spielte. Die Technik entmythisiert.
(Ernst Jünger, Siebzig verweht V, Stuttgart, Stuttgart 1997, S. 154 f.)
Mit Philodor ist Francois André Danican gemeint, der unter dem Namen Philidor im 18. Jahrhundert Erfolge als Komponist und Schachmeister feierte und auch längere Zeit in Berlin gelebt haben soll.

A. Paul Webers Bild "Die Schachspieler" zeigt die Brüder Ernst und Friedrich Georg am Brett.
Es war auch 1942 oder noch etwas später, als ein Dr. Werner in seiner Zeitschrift "Die neue Linie" das Bild "Die Schachspieler" abdruckte. Paul Weber hatte es auf dem Brümmerhof gemalt, während mein Bruder und ich eine Partie spielten. Die Zeitschrift wurde daraufhin verboten und der Redakteur erfuhr, dass der Minister [Joseph Goebbels] mir "goldene Brücken gebaut" hätte. Das sind Gemeinplätze, denn besser als goldene Brücken sind Brücken in Goldländer.
(Ernst Jünger, Jahre der Okkupation, Stuttgart 1958, S. 47)

 
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