1554 - Schach in Fürstenwalde

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1554

Clever Kohle machen
In der 1554 entstandenen Erzählung "Der Goldfaden" beschreibt Jörg Wickram, wie man mit dem Schachspiel seine Kasse aufbessert. Jungmeister Walter findet die zarte Angelina beim Schach mit einer Gespielin und trickst sie übel aus.
So setzten sie sich an das Spiel. Angelina brauchte alle ihre Kunst, aber Walter war ein kluger Jüngling, er nahm fleißig alle die Vorteile wahr, welche die Jungfrau gebrauchte. Das erste, andere und dritte Spiel ließ er sie gewinnen.
Dann geht es um einen ordentlichen Einsatz.
Angelina war das sehr wohl zufrieden. Sobald sie nun in das Spiel kamen, gebrauchte Walter alle seine Geschwindigkeit und Kunst, die er je erlernt hatte, und ehe Angelina ihr Spiel nur in Ordnung hatte, war sie Schach und matt, so daß sie keinen Stein mehr anrühren konnte, worüber sie dann ganz schamrot dasaß.
(Jörg Wickram, Der Goldfaden, Berlin 1963, ins Neuhochdeutsche gebracht von Clemens Brentano, S. 123 f.)
Danach zockt unser Walter noch den gräflichen Vater der jungen Dame ab.
Walter und Angelina beim Schach, Papa kiebitzt; Holzschnitt der Erstausgabe [32]
Abb.: Walter und Angelina beim Schach, Papa kiebitzt
Holzschnitt der Erstausgabe [32]
 
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