1575 - Schach in Fürstenwalde

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1575

Gargantuas üble Gewohnheiten

Titelblatt der "Geschichtklitterung" [8]

Abb.: Titelblatt der "Geschichtklitterung" [8]

In den Zeiten des Grobianismus, die wir längst überwunden glaubten, bis sie durch die heutigen Comedians erneuert wurden, übertrug Johann Fischart den "Gargantua" des Rabelais' in die herzhafte Sprache seiner Zeit, von der die folgende hochdeutsche Übertragung nur eine matte Kopie darstellt.
Nach Beendigung der Mahlzeit murmelte er etliche Gratias ab. Folgends ward der Tisch abgedeckt und ein Tuch aufgelegt. Da bracht man alsbald einen Haufen wohlgefärbter, glatter Karten, Würfel und die Figuren vom Schachspiel. Denn spielen mußte er. Es erging unserem Spieler wie dem großen Alexander, der weinte, weil sein Vater so viele Länder gewann; denn Alexander besorgte, daß er selbst nichts mehr zu gewinnen übrig hab. So weinte unser Gargantua, wenn sein Vater viel verlor, in Sorge, der Vater ließe ihm dann nichts mehr zum Verlieren.
(Johannes Fischart, Die löblichen Umständ und ergötzlichen Abenteuer des Gurgelritters Gargantua, Berlin 1955, S. 141 f.)
Verglichen mit dem zarten Pupsen Mario Barths tönte ein Furz des Gargantua wie Donnergroll.

 
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