1827 - Schach in Fürstenwalde

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

1827

Der junge Engländer

In Wilhelm Hauffs Märchen "Der Affe als Mensch" kommt ein dressierter Hominide zum Zuge. Ein alter Herr führt ihn in die Gesellschaft einer deutschen Kleinstadt ein als seinen englischen Neffen.

Setzten sich dann der Bürgermeister und der Doktor in ihrem Zorn [über die Aufführung des Neffen], den sie nicht laut werden lassen durften, zu einer Partie Schach, so rückte der Neffe hinzu, schaute dem Bürgermeister mit seiner großen Brille über die Schulter herein und tadelte diesen oder jenen Zug, sagte dem Doktor, so und so müsse er ziehen, so daß beide Männer heimlich ganz grimmig wurden. Bot ihm dann der Bürgermeister ärgerlich eine Partie an, um ihn gehörig matt zu machen, denn er hielt sich für einen zweiten Philidor, so schnallte der alte Herr dem Neffen die Halsbinde fester zu, worauf dieser ganz artig und manierlich wurde und den Bürgermeister matt machte.

(Wilhelm Hauffs sämtliche Werke, Max Hesses Verlag, Leipzig o. J., Bd. 5, S. 140)
Schließlich wird der Neffe als Orang-Utan geoutet und bei ihm ein vermeintlich magischer Zettel gefunden.
Der Oberpfarrer, ein gelehrter Mann, der oft an den Neffen eine Partie Schach verloren hatte, trat hinzu, betrachtete das Pergament, und sprach: "Mit nichten! Es sind nur lateinische Buchstaben, es heißt:
Der Affe sehr possierlich ist,
Zumal wenn er vom Apfel frißt."
(ebenda, S. 146)

Dieser Scherzreim findet sich im Anhang von Jean Pauls im Jahr 1811 erschienenem „Leben Fibels“ als Fibelvers auf den Buchstaben A a mit den Stichworten Aaffe [sic!] und Apffel [sic!] in folgender Form:

Ein Affe gar poßierlich ist,
zumal wenn er vom Apffel frist.
Jean Paul’s sämmtliche Werke, Berlin 1862, Bd. 26, S. 200)
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü