1925 - Schach in Fürstenwalde

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1925

Der moderne Krieg

Titelblatt und Signierung [28]
Titelblatt und Signierung [28]
Abb.: Titelblatt und Signierung [28]

Der V. Akt des Laskerschen Dramas spielt in der Zukunft. Die dritte Szene findet in einem Parlamentssaal statt.
... über seinem Eingang die Inschrift: Dem Volke! Dem Logos in Wort und Tat! In seiner Mitte, verhüllt ein mächtiges Tabernakel.
(Bertold und Emanuel Lasker, Vom Menschen die Geschichte, Berlin 1925, S. 86, Regieanweisung)

Professor: ... aber der Geist, von dem das Heer geleitet wird, der sitzt alleine [(]zeigt auf das Tabernakel) dort.

Offizier: Darf ich fragen: Wer ist es, der da drinnen regiert?

Professor: Keine einzelne Person. Ein ganzer Betrieb; dessen einziges Ideal ist die Wissenschaft. Die haben den Kampf auf ein System gebracht, auf ein feinsinniges, tiefes System. Und nicht bloß, was man gemeinhin Kampf nennt. Auch jede Art von Organisation, ja auch das Unvorhergesehene meistern sie mit ihren – wie soll ich sagen – Begriffen, mit ihren Wertungen, mit ihren Experimenten.

Offizier: Dann ist der Krieg für sie nur eine Art von Schachspiel?

Professor: So ist es. In der Technik der Waffen sind wir den anderen nicht überlegen, aber im Denken.

Offizier: Und wir, wir sind die Schachfiguren?

Professor: Nun, man verlangt von euch intelligenten Gehorsam.

(ebenda, S. 86 f.)

Das Laskersche Tabernakel ist die Vorwegnahme des Zentralcomputers des Pentagons. Über den Erfolg der "Experimente" schweigt des Sängers Höflichkeit.

Als das Theaterstück 1925 in Berlin (unbekannt wo) angenommen wurde, weilte der Autor Emanuel Lasker gerade beim Moskauer Turnier und soll seine Partie gegen Torre angeblich verloren haben, weil ihn diese Nachricht per Telegramm aus der Heimat zu sehr ablenkte. Über eine Bühnenaufführung ist nichts bekannt.

Sein Bruder und Koautor Bertold Lasker war übrigens auch ein Spieler der Meisterklasse.
 
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