2. Juniorenturnier - Schach in Fürstenwalde

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2. Juniorenturnier

Sonstige Turniere > 2. Juniorenturnier
Der Barmann beim Schachspiel
(Thomas Hoffmann)

Als man mich um Hilfe bei der Bewirtung fragte, hatte ich ja noch keine Ahnung, worauf ich mich da einließ. MIThelfen, das war der Plan. Doch am Ende kam alles ganz anders.
 
Früh morgens 7:30 Uhr - Es wird Zeit, endlich das Haus zu verlassen. Schließlich haben wir noch Material für das große Turnier aus unserem Schachlager zu besorgen. Doch wir kommen einfach nicht weg. Um 7:55 Uhr kommen wir endlich aus dem Haus. Gegen 8:05 Uhr haben wir unseren Lagerraum erreicht und packen die letzten Sachen für das Turnier zusammen. Jetzt aber auf zum Turnierort. Im Mehrgenerationenhaus wartet Leane schon auf uns. Mit rund 20 Minuten Verspätung kommen wir endlich dort an, und die ersten Turnierteilnehmer aus den umliegenden Städten sind auch schon vor Ort. Die Turnierteilnehmer, das bedeutet Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren. Und wir haben noch was aufzubauen.
 
Im Spiellokal angekommen, richte ich meinen Arbeitsplatz für den restlichen Tag ein: DIE BAR.
 
Die Bar ist ein idealer Beobachtungsort. Sie wird in der angrenzenden Küche eingerichtet. Die Küche wiederum ist Teil des Spielraums, in dem das Turnier der Kinder ohne Wertzahl stattfindet. Einen Raum weiter findet das Turnier der erfahreneren und/oder älteren Spieler statt. Hier haben auch einige schon eine Wertzahl.
 
Von der Bar aus habe ich den totalen Überblick: Während ich die Bar einrichte, Kaffee koche, Kuchen auspacke, Wiener Würstchen vorbereite, füllt sich die Spielhölle neben mir. Die Kinder aus Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder), Storkow und Briesen füllen den Saal. Alles läuft ein wenig drunter und drüber. Zwischen den ganzen Vorbereitungsarbeiten begrüße ich einige ankommende Gäste. Zum Glück habe ich Verstärkung: meine Schiegermama greift mir noch zu Beginn unter die Arme. Und im Moment ist auch Dietmar noch da, dem ich bei der Bewirtung helfen soll.
 
Mit Beginn des Turniers ist die Bar soweit eingerichtet. Teller und Tassen, Kuchen und Kaffee sind auf ihrem Platz. Im Topf wird gerade das Wasser für die Wiener Würstchen warm, als Leane die Begrüßungsrede schwingt. Sie wird das Turnier der etwas erfahreneren Spieler im Nachbarraum leiten. Meine Frau Daniela führt das Turnier hier im Raum, wo die Spieler ohne Wertzahl spielen.
 
Leane erzählt auch, dass es Kuchen und Würstchen gibt (und Kaffee für die Erwachsenen). Kurz nach Ihrer Rede kommt die erste Anfrage. Ein Spieler, vielleicht 8 Jahre alt, fragt nach einem Paar Wiener. Das Wasser ist noch nicht ganz heiß, er muss sich noch 5 Minuten gedulden. Aber schließlich bekommt er sie.
 
Das Turnier ist inzwischen in vollem Gange. Alles verläuft ruhig, das Turnier startet gut. Die Kaffeemaschine gibt ihre letzten röchelnden Rülpser von sich, während es sonst beinahe mucksmäuschenstill im Raum ist. Alle sind ins Spiel vertieft, die Spieler grübeln, die Eltern und Betreuer schwitzen: hoffentlich machen ihre Kleinen alles richtig.
 
Gegen 10 Uhr ist die erste Runde vorbei. Die ersten "Kunden" stellen zaghafte Anfragen Richtung Bar: einen Kaffee hier und da, das ist es erst mal. Und ja, den kenne ich doch schon von vor der ersten Runde? Der vielleicht 8-jährige steht wieder am Tresen und fragt ganz schüchtern, ob er noch ein paar Wiener haben kann. Kann er.

Im Laufe des zweiten Spiels verabschiedet sich Dietmar. Haare schneiden muss er sich lassen, einen anderen Termin gab es leider nicht. Wenn es nun einmal so ist, dann ist es so. Es geht nicht anders, das sehe ich ein. Hab ja noch Schwiegermama. Die hilft mir. Und sie bleibt noch eine Weile. Nach der zweiten Runde, irgendwann zwischen 11 und 12 Uhr, schwingt auch sie sich nach Hause. Es war klar, sie wird nicht den ganzen Tag bleiben. Und zu Hause will Schwiegerpapa schließlich auch was essen. Danke für den leckeren Kuchen.
 
Hinter der Bar verläuft auch alles ruhig bisher. Hier und da geht ein Stück Kuchen oder ein Kaffee über den Tresen. Mit Wiener Würstchen sieht's noch recht ruhig aus. Doch spätestens gegen 12 Uhr wird es mit der Ruhe dann vorbei sein, und ich bin jetzt allein hinter der Bar: "Ein Kaffee bitte". "Ich auch, aber bitte machen Sie mir 2 Tassen, eine schwarz wie die Nacht, die andere weiß bitte (mit Milch)" – Die Eltern sind durstig. "Ich hätte gerne eine Apfelschorle" – vor mir steht ein Junge, und als Barmann zu sagen "gibt's nich", ist keine gute Idee. Wie ziehe ich mich aus der Affäre? "DANIIIII?? DA WILL JEMAND EINE APFELSCHORLE", rufe ich rüber zu meiner Frau. "APFELSCHORLE?? GIBT'S NICH!" – Ha, sie hat's gesagt, ich bin aus dem Schneider. "ABER EIN WASSER KANNSTE IHM ANBIETEN", ruft sie mir zu. "Möchtest du eine Flasche Wasser?" – Zum Glück ist er einverstanden. Und es geht auch wieder Kuchen über den Tresen. Der Kuchen meiner Schiegermama ist wirklich der Renner. Jeder greift zu, jung wie alt. Mit den Wiener Würstchen rollt jetzt auch der Rubel. "Ein Paar Wiener bitte, mit Ketchup." - "Ich auch" - "Ich hätte gerne einmal Wiener mit einer Scheibe Brot und Senf." Senf, denke ich, bloß nicht vergessen. Wird gemacht. Zwischendurch Geschirrrückgabe. Was rein kommt, muss auch wieder raus, denke ich. Also Spülwasser ins Becken und abwaschen. Zwischendurch verkaufen. DIIIIEEETMAAAAR??? WO BLEIBST DU????? Haare schneiden kann doch nicht soooo lange dauern.
 
Die nächste Runde läuft, Dietmar ist inzwischen über 2 Stunden weg. Oder sind's schon 3? Die Zeit rennt, der Barmann funktioniert jetzt einfach nur und macht seinen Job. DIE MASCHINE im Einsatz (grins). Und war da nicht wieder der kleine Junge? Vielleicht 8? "Ich hätte gerne ein paar Wiener mit Ketchup." Macht ja dann schon insgesamt 3 Paar Wiener, also 6 Würste, mit Brot und Ketchup.
 
Da kommt Dietmar endlich vom Friseur: "Ich war dann noch mit Schiegermuttern einkaufen" … … … - Jaaaaaa, tief durchatmen. "Und, alles erledigt, Dietmar? Zuerst war's hier recht ruhig. Dann war's etwas hektisch, aber ich hab alles im Griff", sag ich. Inzwischen ist Mittag vorbei. Die stärkeren Spieler im Nebenraum beenden gerade ihr letztes Spiel, während hier bei den "Kleinen" noch 2 Runden zu spielen sind.
 
Die Kleinen sind für mich DIE Überraschung. Obwohl sie eine halbe Stunde weniger Zeit haben pro Runde und Spieler als die "Großen" mit Wertzahl nebenan, sind es die Kleinen, die deutlich länger spielen und mehr überlegen. Das Turnier der "Großen" ist bereits vorbei, nur noch die Siegerehrung fehlt, da haben die Kleinen noch 2 Runden vor sich. Nun kommt auch etwas Unruhe rein, der ein oder andere Erwachsene bittet um verkürzte Spielzeit, doch am Ende sind sich alle einig, dass das Turnier wie geplant zu Ende geführt wird. Die Kinder sollen Erfahrung sammeln.
 
Hinter der Bar wird's wieder etwas ruhiger. "Entschuldigung, kann ich noch ein paar Wiener haben?" – Den hab ich jetzt gar nicht gesehen. Da steht er wieder. 8 Jahre, 8 Wiener… - passt! Abwaschen ist jetzt die größte Arbeit. Hin und wieder einen Kaffee ausgeben, eine Frau fragt nach einem Tee…. – haben wir nicht. Oder doch? Mal sehen. Beuteltee, Kräutermischung, finde ich im Küchenschrank. Der BARMANN macht's möglich. Später will sie noch Nachschub, auch das mache ich möglich. Als sie dann ein drittes Mal kommt, muss ich sie leider bremsen. Ich kann ja nicht den ganzen Teevorrat aus dem Mehrgenerationenhaus ausgeben. Schließlich borge ich mir den Tee ja nur aus. Und auf der Angebotsliste steht ja auch nichts von Tee.
 
Inzwischen ist die letzte Runde vorbei. Den Tag hinter der Bar habe ich am Ende beinahe allein geschmissen. Die Siegerehrung läuft im Nebenraum, wo die "Großen" gespielt haben. 16:00 Uhr, der Barmann räumt auf, packt seine Sachen zusammen und schließt die Bar.
Bericht von Leane Odoy
 
Nachdem unser erstes Juniorenturnier so super verlaufen war, freute ich mich schon auf die Organisation des 2. Turnieres. Viel Spaß hatte ich beim Stöbern nach Preisen. Viele kleine Sachen gab es zu suchen, da kommt doch glatt das Kind im Manne, ach nee, in der Frau durch. Pokale wurden schon im Januar bestellt und konnten im Vorfeld auf dem Handy bewundert werden.

Am 26.02.2016 16.00 Uhr, mein fleißiger Helfer Tom Weitzmann sortierte mit mir das Spielmaterial und schaffte es mit mir gemeinsam ins Mehrgenerationshaus. DANKESCHÖN. Dort stieß Daniela zu uns und wir räumten und schoben Tische, Stühle und andere Gegenstände. Endlich hatten wir die richtigen Positionen gefunden, super, sieht schön aus. Aufbauen der Bretter und Uhren ging ganz von allein, oh,  die Schreibunterlagen fehlen, da muss Daniela morgen früh noch mal ins Spiellokal.

Samstag 27.02.16 es ist 8.00 Uhr am Morgen und ich bin mit Dietmar vor Ort. Wir bauen Pokale und Preise auf und warten auf die vielen fleißigen Helfer: Daniela und Thomas, Danielas Mama, die uns den selbstgebackenen Kuchen bringt, Herrn Weitzmann der die Kasse macht.

9.00 Uhr alle Kinder und ihre Trainer/innen haben zu uns gefunden, sind  gut gelaunt und voller Vorfreude. Heute treten Kinder aus Frankfurt/Oder, Briesen, Storkow, Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde an. Start der ersten Runde. Gruppe 1 spielt schnell na nu, die "Kleinen" brauchen länger als die "Großen". PRIMA  sie nutzen ihre Zeit, wir Betreuer sehen einem langen Tag entgegen.

Der große Spielplatz ist in den Pausen gut gefüllt. Gruppe 1 ist gegen 13.00 Uhr fertig. So nun heißt es warten, Gruppe 2 teilt sich die Zeit super ein.

Gegen 15.00 Uhr trudeln die Eltern und Fahrdienste der Kinder ein, MC Donalds wartet wohl schon. Cirka 16.30 Uhr die Siegerehrung (mein Zeitgefühl ist hin).

Gruppe 1 gewinnt David Gretschko (Eisenhüttenstadt), er hat auch schon das erste Juniorenturnier gewonnen. Gruppe 2 kann Clemens Käfer (Eisenhüttenstadt) für sich entscheiden. Herzlichen Glückwunsch an beide.

Dank den Kindern und Betreuern, die uns beim Rückbau fleißig zur Seite standen, ging das Aufräumen fasst von allein. Frau Weitzmann hat dann noch dem Staubsauger das Fürchten gelehrt.

Allen fleißigen Helfern ein dickes Dankeschön und auf ein Wiedersehen am 11.06.2016.
 
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