ab 1781 - Schach in Fürstenwalde

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ab 1781

So spielt man in Italien

Wilhelm Heinse muss ein leidenschaftlicher Schachspieler gewesen sein. Am 18. Mai 1781 schreibt er aus Venedig an Fritz Jacobi:

In Padua bin ich mit einem Theatiner, Namens Contin, … bekannt geworden… Er ist ein starker Schachspieler, und wir haben uns wie die Klopffechter eine nur zu kurze Woche lang mit einander herumgearbeitet, wobey ich mit allem meinen System doch die mehrsten Parthieen verlor; aber sein unvergleichlicher Teodo, und die andere auserlesene Collection von griechischen und welschen Weinen mag ihm manche Schlacht haben ersiegen helfen.

Wilhelm Heinse, Sämmtliche Werke, Leipzig 1903, Bd. VI. S. 457 f.)

Heinse hat den ersten deutschen Schachroman verfasst ("Anastasia und das Schachspiel", erschienen 1803). Sein berühmtestes Werk "Ardinghello und die glückseligen Inseln" spielt in der italienischen Renaissance.

Auch der Herzog will mir wohl… Ich habe schon verschiedene Mal mit ihm Schach spielen müssen, worin er sich einbildet, ein großer Meister zu sein. Ich verlor mit Fleiß das erste Spiel und gab ihm Gelegenheit zu feinen Zügen, die meine Stellung sehr spannten; doch macht ich ihm seinen Sieg noch sauer, welcher ihn dann höchlich freute. Das zweite Spiel dreht ich so lange, bis keiner mehr gewinnen konnte; und überließ ihm wieder das dritte. Beim vierten und fünften aber macht ich den Herren schachmatt in einer Reihe von Kettenzügen, rühmte seine Geschicklichkeit und entschuldigte ihn mit kleinen Versehen. Bis an den zehnten und zwölften Zug und in die Mitte spielt er in der Tat vortrefflich, hat pünktliche Erfahrung, und man muß bei jeder Art von Spiel wohl auf seiner Hut sein; aber bei den Ausgängen, was eigentlich nur Freude macht und tief verwickelte Mannigfaltigkeit hat, hapert's.

(Wilhelm Heinse, Ardinghello, Leipzig 1973, S. 131 f.)

Der Herzog beherrscht wohl die Eröffnungstheorie und das Mittelspiel, aber er hat anscheinend Probleme mit dem Endspiel.

 
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