Fin de Siècle - Schach in Fürstenwalde

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Fin de Siècle

Der mathematische Mensch

Henri Poincaré (1854 – 1912), französischer Mathematiker [19]
Abb.: Henri Poincaré (1854 – 1912), französischer Mathematiker [19]

Eines Tages schrieb er eine psychologische Studie über die mathematische Erfindung. Er hielt sich dabei an seine eigenen Erfahrungen als die ihm vertrautesten. Er schickt voraus, daß er ein ganz leidliches Gedächtnis habe, das aber zu einem guten Schachspieler nicht reiche. Er erzählt dann am Beispiel der Fuchsischen Funktionen, wie sein Gehirn arbeitet.
(Franz Blei, Ungewöhnliche Menschen und Schicksale, Berlin 1929, S. 305)

Bemerkenswert ist, dass Poincaré die Stärke eines Schachspielers an seinem guten Gedächtnis festmacht, nicht aber an der Rechenleistung. Was aber bedeutet es in mathematischem Sinne, wenn ein Mensch einen Zug "berechnet"? Am ehesten wohl ein Näherungsverfahren.

Das Schicksal des Maschinenschachs ist dagegen längst entschieden. Rüegsegger zitiert aus der Abhandlung Poincarés "Der Wert der Wissenschaft" (1907):
Es lässt sich exakt beweisen, dass das Schachspiel ein Spiel von im Voraus entschiedenem Ergebnis ist … Wir können nur heute noch nicht sagen, von welchem, d.h. ob die Weissen immer gewinnen oder die Schwarzen oder ob das Resultat Remis sein muss.
(Beat Rüegsegger, Persönlichkeiten und das Schachspiel, Huttwil 2000, S. 139)

 
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