Frühes 14. Jh. - Schach in Fürstenwalde

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Frühes 14. Jh.

Über die Erfindung des Schachspiels

In denselben tzeiten, do derselb chünig Euilmaradach was, da ward daz schachtzabel spil erfunden. Ettlich sprechent – daz doch nit war ist – daz es erfunden würd vor Troyen. Wann das spil cham aus Chaldea vunder die Chriechen; do ward es erst gemain. Darnach, tzw Allexandry tzeiten, des grossen, cham es in Egippten landt, vund darnach in die landt gein sudens.
(Das Schachzabelbuch des Jacobus de Cessolis, O.P. in mittelhochdeutscher Prosa-Übersetzung, Berlin 1961, S. 26)

Ewil-Merodach ist der babylonische König Amel-Marduk, Sohn des Nebukadnezar, der den judäischen König Jojachin nach 37jähriger Gefangenschaft begnadigte (vgl. 2 Könige 25,27 und Jeremia 52,31). Damals schrieb man also die Erfindung des Schachspiels den weisen Chaldäern zu. Aber auch die Legende, die Griechen hätten es sich vor Troja gegen die Langeweile ausgedacht, ist witzig. Gegenwärtig dürfen Chinesen und Inder darum streiten, wem die Palme gebührt.

 
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