IODFEM 2014 - Schach in Fürstenwalde

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IODFEM 2014

Internationale Offene Deutsche Fraueneinzelmeisterschaft 2014
(geschrieben von Daniela Hoffmann)

Sonntag, 24.08.2014

Gegen 12 Uhr verließen wir Fürstenwalde. Unsere Fahrt sollte laut Navi 3 Stunden dauern. Rechnen wir noch ein wenig Pause ein, müssten wir spätestens 16 Uhr in Erfurt sein. 5 Staus, 2 Pausen und eine 30 km längere, aber schnellere Ausweichstrecke später waren wir endlich da - um 17:30 Uhr. Aber unsere Ferienwohnung ließ uns die Fahrt schnell vergessen.

Montag, 25.08.2014

Am Vormittag durfte ich noch eine Führung im Augustinerkloster mitmachen, in dem einst Martin Luther studiert hat. 12 Uhr war Anmeldung, und um 14:30 Uhr wurde das Turnier eröffnet. Von 32 vorangemeldeten Spielerinnen sind nur 24 erschienen - ich, mit einer ELo von 1401 und einer DWZ von 1122, auf Startrang 18. Pünktlich um 15 Uhr wurden die Bretter freigegeben. Mein erstes Spiel gegen Anastasia Erofeev (ELO 1811, DWZ 1840) vom SA SV Werder Bremen fand an Brett 6 statt - einem Live-Brett!!! Oje, wer da alles zugesehen hat - im Internet oder im Foyer des Hotels, wo ein GM jeden Tag die Live-Spiele kommentiert. Ich war so aufgeregt, dass ich erst beim ersten Zug bemerkte, dass auf meinem Brett gar keine Buchstaben und Zahlen waren. Bloß nicht ablenken lassen... Das Spiel lief gut, im Mittelspiel war ich sogar im Vorteil, doch mein Fehler kam und der war leider spielentscheidend. Ich hoffe, ich habe die Zuschauer nicht zu sehr gelangweilt...


Dienstag, 26.08.2014

Die erste Partie des Tages ging gegen Romana Rauch, vereinslos und ohne Wertzahl. Das sind Spiele, die man nie einschätzen kann. Man sollte von Anfang an davon ausgehen, einen stärkeren Gegner vor sich zu haben. Und bei 9 Runden kann man davon ausgehen, dass der Gegner sich eine Wertzahl erspielt, mit der die Endwertung vorgenommen wird. Meine Gegnerin hält super dagegen und kann eine klasse Mattdrohung aufbauen. Doch mein Springer stand richtig und ich konnte die Drohung parieren. Meine zwei Zentrumsfreibauern waren so stark, dass einer sich zur Dame umwandelte. Überraschenderweise durfe diese zweite Dame auf dem Spielfeld bleiben und mitspielen. Mit dieser Übermacht war es nur noch eine Frage der Zeit, bis ich das Matt gesehen und ausgeführt hatte.


Am Nachmittag traf ich auf Dr. Gabriele Just (ELO 1909, DWZ 1742) vom SG Leipzig. Ich spielte übrigens am gleichen Brett wie schon am Vormittag und erneut mit Weiß. Ich hätte lieber Schwarz gehabt. Aber Aussuchen geht nicht. Im 11. Zug machte ich einen Fehler, kämpfte noch tapfer weiter, aber gegen einen so starken Gegner kann man mit einer Figur weniger einfach nichts mehr machen.

Mittwoch, 27.08.2014

Heute hatte ich nur ein Spiel. Allerdings bin ich ziemlich nervös reingegangen. Meine Gegnerin war Karoline Spalt (nationale ELO 1146) von Tschaturanga aus Österreich. Kann man die österreichische ELO mit der deutschen DWZ vergleichen oder mit der FIDE ELO? Keine Ahnung. Ich hatte Schwarz und konnte mich wunderbar aufstellen, obwohl ich mit einigen Antworten nicht gerechnet hatte. So auch damit nicht, dass sie meinen A-Bauern mit dem Turm schlägt und diesen einstellt, weil meine Dame deckt. Allerdings hatte sie das auch nicht bedacht. Damit gewann ich das Spiel. Zwei Punkte aus vier Spielen ist eine super Bilanz. Hoffentlich kann ich das in den noch folgenden 5 Spielen weiter aufrecht halten. Karoline, ich gebe mein Bestes!!!


Am Nachmittag besuchten Thomas und ich noch den Egapark, wo wir wieder viele bunte Blumenbilder und andere Motive knipsen konnten. Heute Abend findet für uns Spielerinnen noch ein italienischer Abend statt und Thomas darf auch mit...

Donnerstag, 28.08.2014

Heute morgen durfte ich gegen Siegrun Macgilchrist (ELO 1788) spielen - mal wieder auf einem nicht beschrifteten Live-Brett. Als es richtig Ernst wurde, habe ich den Knoten leider falsch aufgelöst und dabei eine Figur verloren. Spätestens nach der übersehenen Springergabel hätte ich aufgeben können, doch ich wusste, meine Gegnerin spielt auch solche Stellungen gern weiter. Na gut, aber verloren hab ich trotzdem.


Am Nachmittag wurde für uns eine Führung durch die Horchgänge der Zitadelle Petersberg organisiert. Schön, dass Thomas auch mitkommen durfte. Die Zitadelle wurde im Barock im Jahr 1665 um ein Kloster herum errichtet. Ihr sternförmiger Grundriss hat schon was besonderes. Der Ausflug war eine tolle Abwechslung zum Turniergeschehen. So lernt man die Spielerinnen in entspannter Atmosphäre besser kennen und freut sich auf den nächsten Tag.

Freitag, 29.08.2014

Heute,am fünften Turniertag, habe ich einen Durchhänger. Bei meinem ersten Spiel gegen Elisa Reuter (DWZ 1036) vom SV Empor Erfurt musste ich in meiner Ideenkiste suchen, wurde aber fündig. Nachdem ich den Turm gegen einen Springer gewann, habe ich alles abgetauscht, was ging. Mein Turm war im Endspiel stärker als ihr Läufer, der immer wieder versuchen musste, meinen Freibauern aufzuhalten. oder den eigenen Bauern zu decken. Nach 48 Zügen konnte ich Matt setzen.

Das Nachmittagsspiel entsprach meiner Serie: ungerade Spiele verlor ich bisher, gerade Spiele gewann ich. Es war Spiel Nummer 7 gegen Ha Thanh Nguyen (ELO 1578, DWZ 1485) vom SV Medizin Erfurt. Und wieder hatte ich Brett 6 und durfte ein Live-Spiel spielen - so langsam kann ich die Buchstaben und Zahlen nun auswendig.

Der Abend klang dann nett aus mit einem geselligen Bierchen mit der Österreichisch/Holländischen Truppe. Ich habe mit Kineke schon fleißig anknurren geübt. Wer einen Eindruck von dieser sympatischen Truppe bekommen möchte, schaut einfach rein unter www.frau-schach.at.

Sonnabend, 30.08.2014

Gegen Kineke Mulder (nationale ELO 1020) aus Österreich (eigentlich Holland) tat ich mich heute schwer. Jeden Tag Schach schlaucht.  Der Rechner sagt, ich stand im Vorteil, aber es hätte noch viele Züge gebraucht und wir hatten beide nur noch ca. 30 Minuten auf der Uhr. Für mich hätten die nicht gereicht. Es soll ja auch Spaß machen, und das hat es.

Und dass Thomas Bilder gemacht hat, hat er mir erst am Abend erzählt.


Am Nachmittag durfte auch Thomas endlich eine Runde spielen. Im Einkaufscenter Anger 1 gab es ein Simultanschach an vier Brettern gegen IM Elisabeth Pähtz. Thomas hielt super dagegen. Wären da nicht die leicht aufzulösenden Bauern auf der G- und H-Linie gewesen, hätte es laut Elisabeth Pähtz sogar noch zum Remis kommen können. Ein klasse Kompliment.

Sonntag, 31.08.2014

Heue hatte ich nochmal eine starke Gegnerin: Svetlana Shmois (ELO 1753) aus Russland. Laut Zuganzahl war es ein kurzes Spiel, dennoch hatten wir bereits viel Zeit verbraucht. Wir einigten uns zeitig auf Remis.


Gerade war Siegerehrung. Ich bin glücklich mit meinem 15. Platz und den 4 erspielten Punkten, davon 3 Siege und 2 Remis. Besonders auf die Siege bin ich stolz. Ich habe so einige Kontakte geknüpft und Einladungen nach Schottland und Österreich erhalten. Das war ein schönes Turnier.

Zu den Ergebnissen

Jetzt gehts nach Hause.

 
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