Nach 1933 - Schach in Fürstenwalde

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Nach 1933

Aus der Emigration

Johannes R. Becher hat im sowjetischen Exil formal vollendete deutsche Sonette geschrieben, darunter eines über das Schachspiel. Dabei durfte die klassenkämpferische Note keinesfalls fehlen, denn die GPU hatte nicht nur ein Auge auf die Flüchtlinge.
Schach

Der Felder Zahl, die Züge sind gegeben,
Und es beginnt das zauberhafte Spiel!
Ein über tausend Jahre altes Ziel,
Dem wir, figurenreich, entgegenstreben.

Mag die Eröffnung oft beschrieben sein
Und kann man sich an das Bewährte halten,
Im Mittelspiel mußt du dich frei entfalten
Und nimmst niemals die gleiche Stellung ein.

Oft ein Erinnern wohl, als wäre das
Schon einmal dagewesen, aber der
Ansturm der Bauern ist viel stärker jetzt –

Endlose Vielfalt im gegeben Maß
Und eines Gleichen Nimmerwiederkehr,
Wird auch ein König wieder mattgesetzt…
(Johannes R. Becher, Ausgewählte Dichtung aus der Zeit der Verbannung 1933 bis 1945, Aufbau-Verlag Berlin, o. J., Reprint 1985, S.63)
 
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