Potsdamer Sommeropen 2016 - Schach in Fürstenwalde

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Potsdamer Sommeropen 2016

 
Mittwoch vor Himmelfahrt. Ich habe wie jedes Jahr nichts anderes zu tun als nach der Arbeit nach Potsdam zu fahren. Leane hat mir schon eine Nachricht geschrieben, dass unsere Pension wohl grottig ist. Auch Dietmar teilt mir mit, dass ich mir lieber selbst ein Bild machen soll. Ich rechne mit allem: Viehzeug im Bett oder zumindest auf dem Fußboden, fleckige Bettwäsche, unmotiviertes Reinigungspersonal... Thomas sage ich lieber nichts. Ich will nicht, dass er gleich wieder umkehrt und nach Hause fährt.

Die Bahn ist pünktlich und Leane und Dietmar holen uns vom Bahnhof ab. Oje, wie wird es aussehen... wie halte ich Thomas vom Umkehren ab... Gegenüber der ausgeschilderten Pension betreten wir ein Haus mit grünen Türen und gehen hinten gleich wieder raus... Ah ein Garten. Grillen würde hier Spaß machen. Und da ist schon der Anbau. Tür auf, Nase zuhalten und rein ins Zimmer. Aha - eine Gartenlaube. Ameisen auf dem Fußboden, unter den gewaschenen Bettbezügen fleckige Kopfkissen - die fliegen gleich raus aus dem Bett - aber man merkt, dass einer geputzt hat. Das Bad ist viel zu klein, kein Fenster, der Fön fängt zu rosten an, der Holzschrank ist wohl auch mal ziemlich nass gewesen... Das kann man unter Klo- oder Zeitungspapier verstecken... Wir leben aus dem Koffer und schauen nicht weiter unter das Bett. Das 4-Bett-Zimmer ist ein Schlauch mit einem Durchgangszimmer für mich und Thomas und noch einem Zimmer für Leane und Dietmar. Jeder hat einen Fernseher aber nur einer eine Fernbedienung MIT Batterien. Augen zu und durch. Man findet eh nichts Neues zu dieser Zeit in Potsdam.

Die erste Nacht schlafe ich so gut wie gar nicht. Ich bin ständig wach, das Bett knarrt und wackelt bei jeder Bewegung. Endlich klingelt der erlösende Wecker. Schnell geduscht und raus. Das Frühstück ist klasse. Wir haben einen tollen Bäcker gefunden.

Am Turnierort angekommen treffen wir schnell auf bekannte Gesichter. Oh, da kommt ja René Kellner. Er hat es überpünktlich geschafft. Was ist los?

Im ersten Spiel treffe ich auf Guido Springer. Ich bin "begeistert" und noch nicht da und stelle das Spiel im 10. Zug ein. Ich muss mir eine neue Einstellung zulegen, wenn ich gegen Leute spiele, die ich mag. Oder um es mit Guidos Worten zu sagen, 'geh einfach da rein und hab Spaß'. Die lange Pause schafft mich. Ich bin hundemüde, bekomme aber in der zweiten Runde mit Ludger Heiermann erneut einen starken Gegner. Ich rüttele mich wach, rechne und rechne und nach 28 Zügen ist meine Zeit abgelaufen. Wohin? Keine Ahnung. Leane geht, wie ich, mit 0 Punkten raus. Dietmar schafft einen klasse Sieg gegen Steffen Bernhöft, aber verliert die zweite Partie. Und Thomas? Der war fotografieren - im Park Babelsberg.

Park Babelsberg

Unverhofft habe ich eigentlich ganz gut geschlafen. Ich war wohl zu müde. Leane haderte mit sich, holte am zweiten Tag aber zwei Punkte raus. Ein bisschen Glück war dabei, aber das gehört dazu. Dietmar traf es mit zwei Niederlagen. Ich bekam mit Mia Püschel eine süße kleine Anfängerin. Ihren König habe ich im Zentrum auf d5 nach nur 19 Zügen mattsetzen dürfen. Am Nachmittag hatte ich dann Angst vor Nico Antonio Schauties. Leanes Niederlage gegen ihn in Wildau jagte mir einen Höllenrespekt ein. Die Eröffnung lief so lala, ich machte zwei kleinere Fehler. Allerdings nutzte Nico diese nicht wirklich aus, machte statt dessen ebenfalls einen Fehler, der mir dann ein Dauerschach ermöglichte. Und Thomas? Der war fotografieren - im Filmpark Babelsberg.

Filmpark Babelsberg

In den Vorjahren war der dritte Tag immer der Durchhängetag. Diesmal hatte ich enormen Spaß gegen Uwe Becker und ging komplett im Spiel auf. Das erste dauerte 4 Stunden und 55 Minuten, dann fiel mein Plättchen. Mist. Mein Eifer war geweckt. Ich wollte weiterspielen. Hoffentlich ist die Stunde Pause bald vorbei... Sie ging schnell vorbei. Mein neuer Gegner war Reinhard Haar. Ich hatte Schwarz, kam gut rein, verwirrte ihn mit einer neuen Variante, sah Chancen und nutzte einige. Als ich den zweiten Bauern wegknabberte, gab Reinhard auf, es drohte mindestens Figurenverlust. Leane schaffte an diesem Tag ein Remis, Dietmar gewann und remisierte. Und Thomas? Der war fotografieren - im Park Sanssouci.

Park Sanssouci

Der letzte Tag. Ich hatte Lust, aber wieder einen riesigen Respekt vor Ray Klauck. Er hat sich im letzten Jahr enorm gesteigert. Nach der Eröffnung dachte ich nicht, dass ich noch etwas reißen kann. Aber als sich die Situation auf dem Königsflügel endlich entschärft hatte und ich auf dem Damenflügel einen offene Linie mit dem Turm besetzen konnte, wendete sich das Blatt. Ich eroberte einen Bauern und war darüber so begeistert, dass ich nicht sah, dass ich einen zweiten Bauern hätte erobern können. Das hätte mir wohl bei weiterem guten Spiel einen Sieg eingebracht, aber so wurde es Remis. Leane und Dietmar haben leider ihre Spiele verloren. Alles vorbei, rechtzeitig ab nach Hause ... denkste ... der dritte Frauenpreis war für mich in greifbare Nähe gekommen. So warteten wir die Siegerehrung ab. Die Feinwertung entschied aber gegen mich. Und Thomas? Der ist schon nach dem Frühstück nach Hause gefahren - Bilder entwickeln.

Es war wie jedes Jahr ein klasse organisiertes Turnier. Auch die Mädels von der Küche machen einen super Job. Vielen Dank dafür.

Ihr wollt mehr Bilder? Habt noch ein wenig Geduld, die sind per Postkutsche zu mir unterwegs und die ist bekanntlich langsamer als eine E-Mail.
 
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