Um 1200 v. Chr. - Schach in Fürstenwalde

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Um 1200 v. Chr.

Aus dem Trojanischen Krieg

Achill und Aias beim Würfelspiel [42]

Abb.: Achill und Aias beim Würfelspiel [42]
Ausschnitt der Bemalung einer Amphora des Exekias aus Athen um 530 v. Chr., gefunden in Vulci. (Rom, Vatikan)

Exekias hat dieses Werk als Töpfer und als Maler signiert. Die schwarzfigurige Darstellung zeigt Achill und Ajax beim Würfelspiel. Die beiden homerischen Helden beugen sich über das Spielfeld, um ihre Punkte zusammenzuzählen: vier und drei, sagen die "Sprechblasen" vor den Mündern der Helden.

(Davide Locatelli u. Fulvia Rossi, Bildlexikon der Völker und Kulturen, Bd. 10, Mittelitalien, Berlin 2009, S. 198)

Palamedes, Sohn des euböischen Königs Nauplios, entlarvte bei der Rekrutierung der griechischen Helden den Odysseus als Drückeberger. Später wurde er vom listigen Odysseus mit gefälschten Beweisen als Sympathisant der Trojaner überführt, wegen Verräterei zum Tode verurteilt und gesteinigt.
Über Palamedes entnehmen wir einem alten mythologischen Wörterbuch folgendes:
Ihm werden mehrere nützliche Erfindungen zugeschrieben, unter andern die des Gewichtes und des Maßes. Auch soll er das Jahr in Monathe geordnet und das griechische Alphabet mit einigen Buchstaben bereichert haben, und Würfel- und Schachspiel verdanken ihm nicht minder ihre Entstehung. Er wurde nach seinem Tode göttlich verehrt.
(Friedrich Wilhelm Hempel, Griechische und römische Mythologie für Liebhaber und Künstler, auch zum Gebrauch beym Unterricht der Jugend, Leipzig 1803, S. 261)

Ramler und seine Muse [8]

Abb.: Ramler und seine Muse [8]

Der preußische Dichter berichtet Ähnliches:
Man hält den Palamedes für den Erfinder einiger Buchstaben des griechischen Alphabets, in gleichen eines Spieles mit Steinen und Würfeln, nach Art unserer Bretspiele, womit er die Soldaten im Lager zu beschäftigen suchte. Auch soll er große Kenntniß in der Astronomie und Heilkunde besessen haben, und zugleich ein guter Dichter gewesen seyn. Homer, der seiner gar nicht erwähnt, soll, wie Suidas wissen will, seine Gedichte aus Eifersucht vertilgt haben.
(Karl Wilhelm Ramlers kurzgefaßte Mythologie oder Lehre von den fabelhaften Göttern, Halbgöttern und Helden des Alterthums. Berlin 1820, S. 413)

Die Legende von der Erfindung des Brettspiels vor Troja findet sich in den Etymologiae des Isidor von Sevilla (entstanden vor dem Jahr 636). Im Buch XVIII „Vom Krieg und den Spielen“ schreibt der Bischof:

LX. VOM BRETTSPIEL. Alea (Glücksspiel mit Würfeln), d.h. das Spiel der tabula, wurde von den Griechen während der Langeweile im Trojanischen Krieg, [und zwar] von einem Soldaten namens Alea erfunden, von welchem die Kunst den Namen erhielt. Tabula wird gespielt mit Türmen, Steinchen und Würfel.
(Die Enzyklopädie des Isidor von Sevilla, Wiesbaden 2008, S. 668)

Achill und Aias beim Brettspiel [7]

Abb.: Achill und Aias beim Brettspiel [7]

Moderne Adaption nach der Amphora des Exekias.
 
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