Um 500 - Schach in Fürstenwalde

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Um 500

Schach an der Tafelrunde

Garel und seine Fürsten an der Tafel des Königs Artus [21]
Abb.: Garel und seine Fürsten an der Tafel des Königs Artus [21]
Wandgemälde des Schlosses Runkelstein

Der Mann, der als das geschichtliche Vorbild des Königs Artus gilt, soll zur Zeit der Völkerwanderung in Britannien gelebt haben. Spätere Dichter haben die Artussage in den Geist der Ritterzeit übersetzt. Merlin war bestimmt ein phantastischer Schachspieler, doch fehlt uns die Überlieferung. Anders steht es um die Tafelrunde. Im "Buch vom Gral" (Düsseldorf 2006, S. 63) begegnet ein flugfähiges Schachbrett.
Nun der Gral gefunden ist und vom Ritter Parzival in der Burg von Montsalvat bewacht wird, wird denn da nicht zum mindesten einmal wieder ein Schachbrett durch die Lüfte fliegen? Ja, Gawein, der da an der Seite des Königs sitzt, erinnert sich sehr wohl des schwebenden Schachbrettes: es kam, auf sommerlicher Brise sich wiegend, dahergeschwebt … vor zehn Jahren.
"Erinnert Ihr Euch, mein Fürst?" fragt Gawein den König, der seiner Mutter Bruder ist.
"Meiner Treu, ich erinnere mich, Gawein, mein lieber Neffe und tapferer Held", murmelt Artur, und sein Bart wippt auf und nieder, wie der Bühnenbart einer Maske. "Es kam hereingeschwebt und ließ sich vor mir nieder …"

(zitiert aus: Louis Couperus, Das schwebende Schachbrett, Ü.: Else Otten)
Roman von Louis Couperus, erschienen 1922. – Die thematische Grundlage dieses Romans entnahm der Autor dem mittelniederländischen Epos Walewein, das zum Kreis der Artus-Dichtungen gehört.
(Kindlers Neues Literaturlexikon, Bd. 4, S. 250)
Ob sich zu diesem reichlich apokryphen Bericht ein Äquivalent bei den Dichtern des Artus-Sagenkreises Chrétien de Troyes und Robert de Boron oder gar in der "Historia regum Britanniae" des Geoffrey of Monmouth findet?

 
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