Vor 1214 - Schach in Fürstenwalde

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Vor 1214

Herrn Walthers Bettelei

Die Vogelweide bei Bozen [8]

Abb.: Die Vogelweide bei Bozen,
vielleicht die Heimstätte Walthers 
[8]

Walther von der Vogelweide erbittet von König Otto ein Lehen.
'ich bin heime' oder 'ich wil heim' daz trœstet baz.
gast unde schâch kumt selten âne haz:
nû büezet mir des gastes, daz iu got des schâches büeze.
(Walther von der Vogelweide, Lieder und Sprüche, Leipzig 1970, S. 46)

Hubert Witt übersetzt:
ich bin daheim, will heim – das ist ein beßres ziel
als gast stehn und im schach wird leicht zu viel
helft, herr, daß gott euch helfe und euch bald vom schach befreit.

(Walther von der Vogelweide, Gedichte, Berlin 1980, S. 247)

Richard Schaeffer dagegen übersetzt:
"Ich bin daheim, ich will nun heim!" Das tröstet baß. [sehr]
Seht, Gast und Schach sind unbeliebt etwas,
doch nähmet ihr den Gast von mir, Gott euch das Schach erließe.

(Walther von der Vogelweide, Lieder und Sprüche, Leipzig 1970, S. 47)
Schach bedeute hier so viel wie Bedrängnis, meinen die Germanisten.
Der Sinn dürfte folgender sein: Wenn ihr mir ein Heim schenkt, muss ich nicht länger ungeliebter Gast sein und der Herrgott wird es euch lohnen.

Walther von der Vogelweide [30]

Abb.: Walther von der Vogelweide [30]

 
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