XIX. Neujahrsopen 2016 - Schach in Fürstenwalde

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XIX. Neujahrsopen 2016


Tag 1: Freitag, 01.01.2016 - Anreise (Daniela)

Mit dem Vereinsbus ging es auf nach Guben. Mit von der Partie sind Dietmar Fendselau, Leane Odoy, Moritz Kammer, Tom Weitzmann, Daniela Heinrich und ich (Daniela Hoffmann). Wir hatten drei Doppelzimmer im Hotel gebucht: Dietmar und Leane, Daniela und Daniela Heinrich, Moritz und Tom. Na mal schauen, ob die Jungs es schaffen, rechtzeitig zum Frühstück da zu sein...

Ich fahre nicht jedes Jahr zu diesem Turnier. Ich war daher überrascht, dass Dietmar und Leane sofort die Räumlichkeiten inspizierten und mit dem Umräumen von Tischen und Aufbauen des Spielmaterials begannen. Es waren einfach zu wenig Gubener vor Ort. Zu acht hatten wir es in zwei Stunden geschafft - wie lange hätte das zu zweit gedauert? Zwischendurch musste auch noch Raum 3 organisiert werden. Da sollte eigentlich am Sonntag ein Brunch laufen. Und nun? Nun wird die Zwischenwand gezogen, so dass Schach und Brunch parallel laufen. Habe ich meine Ohrstöpsel dabei???

Das Essen im Hotel - wie immer à la carte - aber man findet immer was leckeres für kleine Geldbeutel. Für unsere Jungs muss sicherlich jeden Tag ein neues Gericht zum Probieren her.

Für Dietmar, Leane und Daniela Heinrich brach nun auch die Zeit des Skat an. Was meint Moritz dazu: "Skat ist schwerer als Schach. Ich mache lieber Spielvorbereitung."


Tag 2: Sonnabend, 02.01.2016 - Runden 1 und 2 (Dietmar)

Die erste Nacht haben wir gut geschlafen, die einen mehr, die anderen weniger.  Nach dem reichhaltigen Frühstück sind wir alle heiß auf unser erstes Spiel.

Alles drängelt sich vor dem Aushang der Aufstellung für die 1.Runde…?
Die zwei Danielas, Tom, Moritz und ich haben Gegner mit einer hohen ELO/DWZ . Leane…ups… ein NULLER…  Stress pur!!!!

Moritz, Tom, Daniela und ich verpatzen die erste Runde.  Daniela Heinrich und Leane können punkten. Wegen Betrugsversuch (falsche ID-Angabe) wurde Leanes Gegner nach dem Spiel disqualifiziert.

Die 2. Runde ist für  Moritz und mich ein Punktsieg. Daniela Heinrich erkämpft sich ein Remis und darf sich dafür in Runde 3 an Brett 9 gegen einen GM versuchen. Viel Glück.

Für Leane, Daniela und Tom verlief die 2. Runde glücklos… es sind noch 7 Spiele.


Tag 3: Sonntag, 03.01.2016 - Runden 3 und 4 (Daniela)

Beschleunigtes System. Als ich das zum ersten Mal in Wildau spielte, steigerte sich die Spielstärke meiner ersten drei Gegner von Spiel zu Spiel. Erst im vierten Spiel bekam ich dann einen kleinen Gegner. Das sollte sich dieses Jahr in Guben wiederholen. Im letzten Drittel des ersten Spieles begann im Nebenraum der Brunch. Es sollte keine Musik geben, aber dann ... trotz Ohrstöpsel ... "Hölle, Hölle, Hölle...". Ich verlor.

Im Spiel 4 dann endlich der ersehnte erste Punkt. Erleichterung? Nicht wirklich, morgen wieder so eine hohe Zahl als Gegner... Einerseits bin ich froh darüber, andererseits hab ich die ersten drei auch nicht geschafft... Hmmm...

Was machen die anderen? Moritz, Daniela Heinrich, Dietmar und Leane haben alle 1,5 Punkte. Tom hat noch 0 Punkte und wird erstmal wieder aufgebaut.


Tag 4: Montag, 04.01.2016 - Runden 5 und 6 (Daniela Heinrich)

Ich höre Wasser. Wasser? Warum höre ich Wasser? Jemand duscht. Nicht bei uns. Daniela verharrt neben mir. Nebenan duscht jemand … und hustet. Na toll. Ein Wecker ist echt überflüssig … trotzdem regt sich keine von uns beiden. Jede wartet, dass die andere zuerst ins Bad geht. Ich gewinne … und mir kommen Gedanken wie: „Frühstück kann ausfallen – schlafen ist wichtiger. Eine halbe Stunde Karenzzeit  wäre da auch noch ausschöpfbar – ergibt unter dem Strich eine ganze Stunde mehr Zeit zum Schlafen!“ Ich werde aus meinen Gedanken gerissen. „Das Bad ist frei.“ Na gut, dann stehe ich eben auf.

Beim Frühstück erfahre ich interessante Neuigkeiten. Dietmar und Leane fahren gern Traktor. Ich glaube, dass es für beide zu spät ist, sich beruflich nochmals neu zu orientieren. Aber das Bild im Kopf hat sich gerade eingemeißelt. Kann ich mir gut vorstellen. Rene hat erkannt, dass ich gern bügle und ist völlig verblüfft. Hier in Guben bin ich quasi auf Entzug. Daniela liebt Tiere – Mäuse haben ihr es angetan. Ich wusste gar nicht so genau, dass es diese mit verschiedenen langen Körperteilen gibt. Ich dachte immer Maus = Maus. (Leser, die mich kennen, bemerken sicher, dass mein Bericht gerade völlig sinnentstellt ist.)

Fünfte Runde: Leane hat Kreislauf, ich bin hundemüde, meine Briesener Leidensgenossen Olaf und Dave haben ihre Partie schon im Auto blind vorgespielt. Moritz und Tom sind hochmotiviert. Daniela weiß nicht, ob sie sich über die nächste 1740 freuen soll. Dietmar und Rene sind tiefenentspannt.

Nach eineinhalb Stunden sehe ich Leane, Olaf und Dave bereits gemütlich diskutieren. Sie sind mit ihren halben Punkten zufrieden. Daniela ist nicht mehr am Brett. Sie hat einen Platz zum Analysieren gefunden und ist mit sich und der Welt unzufrieden. Die Partiebesprechung war dennoch sichtlich ein Zugewinn für sie. Was ist mit mir? Ich habe im 13. Zug remis geboten … und wollte nun meinen Schlaf nachholen, um am Nachmittag fitter am Brett zu sitzen.

Es will nicht klappen. Ich drehe mich nach rechts und links und wieder zurück – verdammt … Ich kann nicht schlafen, bin aufgeputscht und kann nicht abschalten. Ich entschließe mich daher, den Bericht weiterzuschreiben. Eine gute Entscheidung, denn:

Das Handy klingelt – die Schule ruft an …

Es klopft – die Reinigung fragt an, ob sie die Mülleimer leeren darf …

Es klopft erneut – Daniela ist mit der Partiebesprechung fertig …

Es klopft abermals – Leane fragt an, wann wir Mittag essen wollen … wie sehr hätte ich mich geärgert, wenn ich nun geschlafen hätte. Nicht auszudenken!

Mein achter Vorsatz für 2016 wird mir somit offenbart: Zwischen den Runden lässt sich kein Schlaf nachholen. Da muss ich ich eine andere Lösung finden. Ich befürchte, dass ich in der sechsten Runde komplett durchhänge.

14.00 Uhr: Die Auslosung ist raus. Ich erwarte ein 9-jähriges polnisches Nachwuchstalent, das zwei 1700er umgehauen hat und einen recht abgeklärten Eindruck macht. Fluchen nützt ja wohl nix.

Ich lege mich hin und kehre in mich …

… die 6. Runde hat begonnen. Der Kampfgeist ist geweckt. Leane beendet gegen Max Hülse schnell die Partie. Er bringt seinen Vater ins Krankenhaus. Wir wünschen Hagen Hülse gute Besserung und eine schnelle Genesung.

Ich dachte gestern noch, dass im Haus Handwerker tätig sind. Ungünstiger Zeitpunkt, aber gut – kann wohl nicht geändert werden. Heute höre ich das gleiche Geräusch. Es klingt in kurzen Abständen wir eine Bohrmaschine. Es stellt sich heraus, dass die Schwingtür der Übeltäter ist. Ließe sich das nicht doch abstellen? Selbst die Ohropax, die ich von Daniela bekommen habe, können das Geräusch nicht „weghexen“.

Das polnische Nachwuchstalent macht es mir sehr schwer. Nach vier Stunden habe ich noch eine Dame, einen Läufer und 6 Bauern. Mein Gegner besitzt zwei Türme, einen Springer und 5 Bauern. Jeder lauert, doch nix passiert. Über das Remis bin ich nicht glücklich und hoffe, dass ich in diesem Turnier genug für den Nachwuchs getan habe.

Olaf ackert und ackert. Ihm gegenüber sitzt mein Gegner aus der zweiten Runde. Olafs Aufgabe besteht selbstverständlich darin, mehr als ich zu erreichen, zumal ich das Dame-gegen-Turm-Endspiel remis gegeben habe. Es gelingt ihm. Olaf hat einen Lauf, er ist in Form – sowohl in der Regionalliga mit 100% und auch hier beim Neujahrsturnier.

Punktestand nach sechs Runden:
Olaf führt unser internes Feld mit 3,5 Punkten an. Ihm folgen Dave, Rene, Leane und ich mit 2,5 Punkten. Mit 2 Punkten folgen Dietmar, Daniela und Moritz. Und Tom hat heute 75% erkämpft, also 1,5 Punkte.


Tag 5: Dienstag, 05.01.2016 - Runden 7 und 8 (Daniela)

Jeder Morgen beginnt mit dem Kampf ums Bad. Heute werde ich von einer Bettdecke erschlagen. Ich brauche unbedingt einen Plan für morgen...

Beim Frühstück sind einige tatsächlich schon hellwach. Dave erklärt die Lolli-Stellung und René zeigt die Flamingo-Stellung. Ich lege mir still und heimlich meine eigenen Pläne für das erste Spiel zurecht. Eine Spielstil-Änderung muss her.

Runde 7 läuft. Daniela Heinrich und Leane kämpfen unerbittlich gegeneinander. Da wird gespießt, gegabelt, geschlagen, geflucht, ge... aber alles hilft nichts. Es steht totremis. Tom spielt gegen das tschechische Püppchen, welches eine österreichische Wertzahl hat, die Toms DWZ um ca. 200 übersteigt - Tom gewinnt. Ich ändere meinen Spielstil radikal und hole ein Remis. Dietmar gewinnt. Moritz verliert.

Mir wurde berichtet, dass ein polnisches Nachwuchstalent schummelt. Nachdem dessen Vater auf der Couch schmollen durfte, fand der Sohn auf einmal nicht mehr die richtigen Züge. Leider endete diese Partie trotzdem nur remis.

Beim Mittag gehen die tiefgreifenden Gespräche vom Frühstück weiter. Da wird auf den Bestellzetteln gekritzelt und gestichpunktet was der Platz hergibt. Ob die Bedienung noch weiß, was sie abrechnen muss?

Runde 8 läuft. Ich bekomme mal wieder wenig mit, weil ich mit Ohrstöpseln spiele. Auch hier vollziehe ich eine radikale Spielstil-Änderung. Im 20. Zug steht auf einmal eine Traube um mich herum. Wo kommen die denn her? Naja, ich ziehe die Dame auf a5 und weg sind sie. War das ein Fehler? Nö... nach dem 21. Zug gibt meine Gegnerin auf. Ich bin stolz auf meine 75 Prozent. Aber noch stolzer bin ich auf Tom. Der haut doch tatsächlich eine 1300 um und holt 100 Prozent. Wie spielen die anderen? Moritz remis. Daniela Heinrich, Leane und Dietmar verlieren.

Mir wurde berichtet, dass in der zweiten Runde der Vereinskamerad des schummelnden Nachwuchstalentes offiziell dabei erwischt wurde, wie er mit seinem Handy hantierte. Er wurde disqualifiziert und darf nun ebenfalls schmollen.


Tag 6: Mittwoch, 06.01.2015 - Runde 9 und Abreise (Leane)

6:00 Uhr ich bin wach, wieso so zeitig, noch mal Augen zu und umdrehen. Nein irgendwie geht das nicht, heute ist der letzte Tag in Guben, wo ist die Zeit schon wieder hin, was machen meine Katzen?

Ich kann einfach nicht mehr schlafen.

6:30 Uhr ich stehe langsam und leise auf, Dietmar schläft noch, würde ich auch gern, aber meine Nerven spielen total verrückt.

Duschen, packen, Dietmar wecken und 7:30 Uhr ab zum Frühstück.

Wir sind die Ersten. Nach und nach trudeln alle ein. Ich kann kaum essen, zu viel Adrenalin im Blut, Daniela Heinrich scheint auch nicht essen zu können, sie schläft noch und René fotografiert ihr Essen lieber!?!

Moritz und Tom verraten, dass sie noch nicht gepackt haben, aber nun schnell.

9:00 Uhr das letzte Spiel beginnt, mein Gegner noch nicht da, draußen ist es sehr glatt, ob er noch erscheint?

10 min später kommt er durch die Tür. Abgehetzt, er erzählt von einem Beinahe-Unfall, noch mal Glück gehabt, dass nichts passiert ist.

Ich kann mich kaum konzentrieren, da steht Dietmar schon auf, Remis. Oh je, er hat es gut, er ist fertig!!!!!

Ich muss mich noch eine Weile quälen, die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Ich kann nicht mehr und biete Remis, mein Gegner möchte noch spielen.

Tom verliert, auch Moritz schafft es nicht, seinen Gegner zu bezwingen, endlich, mein Gegner bietet Remis, ich nehme an, man sagt mir sofort, dass es für mich gewonnen wäre. Hm ja, aber ich kann nicht mehr.

Daniela und Daniela machen es ihren Gegner wirklich nicht leicht. Sie kämpfen und schwitzen. Daniela Heinrich verliert und unsere Daniela?

Bis zur letzten Minute wird gekämpft, das Blättchen fällt, so ein M…. Super gespielt.


Da das Wetter es nicht zulässt, verlassen wir das Open vor der Siegerehrung. Wir entschuldigen uns dafür, aber heil und gesund zu Hause ankommen ist uns wichtig.

Wir danken dem Gubener Team und den Mitarbeitern des Hotels für eine schöne Zeit.


 
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